Kloster Gnadenberg

Ein Birgittenkonvent des Mittelalters

Der Bärlauch (Allium ursinum) 


Allium_ursinum_Sturm36.jpg

Bärlauch ist seit dem Altertum eine Gewürz- und Gemüsepflanze und fand auch in der Klostermedizin Verwendung. Ein Vorteil des Bärlauchs: Der knoblauchartige Geschmack ist nach seinem Verzehr im Atem nicht bemerkbar.

Wie die Zwiebel und der Knoblauch gehört der Bärlauch zu den annähernd 700 Arten der Gattung der Zwiebelgewächse. Bei den Kelten und den germanischen Völkern wurde Bärlauch als Heilpflanze angebaut und auch im späten Mittelalter sehr geschätzt. Die ältesten Funde von Bärlauch liegen ca. 5.000 Jahre zurück.  Vermutlich stammt der Name aus dem Volksglauben, dass der Bär nach seinem Winterschlaf im Frühjahr als erstes Bärlauch gefressen hat.

 

 


Bärlauch als Heilkraut


Bärlauch hat viele positive Eigenschaften für die Gesundheit.  Für heilkundliche Anwendungen werden sowohl die Zwiebel (Allii ursini bulbus) als auch die Blätter des Bärlauchs (Allii ursini herba) verwendet.

In der Antike und im Mittelalter war der Bärlauch eine häufig verwendete Heilpflanze. Im Mittelalter wurde das Kraut in vielen Klostergärten angebaut. Hildegard von Bingen, eine der bekanntesten Kräuterkundigen des 12. Jahrhunderts, empfahl Bärlauch bei Verdauungsstörungen sowie als gutes Mittel zur Blutreinigung.

In den alten Kräuterbüchern des 15. und 16. Jahrhunderts wurde er u.a. bei Blähungen, Bauchschmerzen, bei Einschlafproblemen oder bei Stimmproblemen verwendet. Eingenommen wurde der Bärlauch entweder pur, in Wein erhitzt, gekocht oder als Sud. 

  



Bärlauch im mittelalterlichen Klostergarten Vadstena


Birgitta_von_Schweden7.jpg

Aus dem Mittelalter sind für Vadstena, dem ersten Kloster der heiligen Birgitta,  fünf Pflanzen belegt: Aquilegia vulgaris, Leucojum vernum, Corydalis cava, Allium ursinum (wird ja auch S:ta Birgitta Zwiebel/Lauch genannt) und Viola odorata.

Weitere Quellen belegen:

- Rüben, Pastinacken, Kohl, Schnittlauch, Knoblauch
- Erbsen und Bohnen
- Kräuter wie Kümmel, Dost/Origanum vulgare, Dill, Majoran, Thymus vulgaris, Fenchel, Coriandrum sativum
- Hopfen
- Korn, Roggen, Weizen
- Senf
- Brennessel und Giersch

 

 


Bärlauch im Klostergarten Gnadenberg


Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung
Einwilligung zur Nutzung. Diese Website verwendet Matomo Web-Statistik und Videos von YouTube.
Ihre Einwilligung in deren Nutzung ist freiwillig und kann jederzeit widerrufen werden.
Eine einfache Widerrufsmöglichkeit sowie weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ablehnen Akzeptieren